"Tomatenimpfstoff" gegen HIV und Hepatitis B hat sich bewährt. • Science News zu "Elementen" • Wissenschaft in Russland, Medizin, Genetik

„Tomatenimpfstoff“ gegen HIV und Hepatitis B hat seine Wirksamkeit bewiesen

"Tomatenimpfstoff" – schmackhaft, harmlos und billig. Schade nur, dass Mäuse Tomaten nicht mögen (Foto von www.seedfest.co.uk)

Nowosibirsker Wissenschaftler arbeiten daran, einen essbaren Impfstoff gegen HIV und Hepatitis B auf Basis von Tomatenpflanzen zu entwickeln. In einem Tierversuch testeten sie seine immunologischen Eigenschaften und waren von seiner Wirksamkeit überzeugt.

Essbarer Impfstoff – was könnte bequemer sein: Statt eines Stichs aß ich eine Art Gemüse und schützte mich vor einer gefährlichen Infektion. Lecker, harmlos und billig. Seit seiner Gründung arbeiten Wissenschaftler auf der ganzen Welt seit geraumer Zeit. Der Punkt ist, ein virales Proteingen in eine essbare Pflanze einzuführen, so dass, wenn dieses Protein in den Körper eindringt, es eine Immunität entwickeln wird, die seinen Wirt schützt, wenn es auf einen echten Virus trifft.

Dieser Impfstoff wurde von Forschern des Vektorforschungszentrums für Virologie und Biotechnologie in der Region Nowosibirsk in Zusammenarbeit mit dem Sibirischen Institut für Pflanzenphysiologie und Biochemie der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften und dem Institut für Chemische Biologie und Grundlagenmedizin der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften entwickelt. Auf amerikanischer Seite nahmen Experten des US Agricultural Research Service (Beltsville, Maryland) an der Studie teil.Vor einem Jahr haben Forscher berichtet, dass es ihnen gelungen ist, ein virales Proteingen in Tomatenpflanzen zu injizieren und zu zeigen, dass das Protein in ihren Blättern und Früchten enthalten ist und das Gen an die nächste Pflanzengeneration weitergegeben wird. Jetzt war es notwendig, die Eigenschaften des "Tomatenimpfstoffs" bei Labortieren zu überprüfen.

Ein komplexer Impfstoff wurde getestet, der das chimäre Protein von HIV-Viren und Hepatitis B enthielt. Ein bakterielles Plasmid wurde als Vektor zum Übertragen des dieses Protein codierenden Gens verwendet. Um es den Tieren bequem zu machen, stellten die Forscher getrocknete Tomaten her. Die Versuchsmäuse wurden mit dem in Wasser gelösten Arzneimittel gefüttert und über den Katheter in die Speiseröhre eingeführt. Die Kontrollgruppe der Mäuse wurde mit gewöhnlicher Tomatenzubereitung gefüttert. Und dann wurde in bestimmten Zeitintervallen die Menge an Antikörpern im Blut und an den Schleimhäuten von Mäusen gemessen.

Der Wirkungsmechanismus eines eßbaren Impfstoffs besteht darin, daß er beim Eintritt in den Verdauungstrakt eine Immunität auf den Schleimhäuten des Darms erzeugt. Proteine ​​wandern unverändert durch den Magen, geschützt durch die Zellwand der Pflanzenzelle. Und auf der Darmschleimhaut verursachen die sogenannten Schleimhaut (aus dem Latein. Schleim – Schleim) Immunantwort. Im Falle einer mukosalen Immunität wird Immunglobulin IgA synthetisiert, welches verhindert, dass das Virus mit Zellrezeptoren interagiert. Interessanterweise tritt Immunität auf der Darmschleimhaut auch auf den Schleimhäuten des Atmungs- und Harnsystems auf. Darüber hinaus stimuliert Schleimhautimmunität systemische Immunität – wenn Antikörper im Blut gebildet werden.

Die Messung des Antikörperspiegels zeigte, dass bereits nach der ersten Fütterung mit "Tomatenimpfstoff" bei Mäusen Schleimhautimmunität gegen Hepatitis B und HIV gebildet wird, und nach der zweiten Fütterung – systemische Immunität. Also der Impfstoff funktioniert. Aber um es auf die Bühne eines therapeutischen Medikaments zu bringen, muss noch viel mehr getan werden.

Informationsquelle: Berichte der Akademie der Wissenschaften, 2005, Vol. 401, Nr. 5, p. 709-711.


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