Schuppiger Paradiesvogel • Nadezhda Potapova • Wissenschaftliches Bild des Tages über die "Elemente" • Ornithologie

Schuppiger Paradiesvogel

Auf dem Kopf dieses schuppigen Paradiesvogels (Pteridophora alberti) – es sind keineswegs zufällig lange Äste, sondern Federn. Diese Federn sind eine gute Möglichkeit, die Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts zu erregen: Sie lassen Frauen nicht gleichgültig.

Schuppige Paradiesvögel leben ausschließlich in den Bergregenwäldern Neuguineas – sie liegen auf einer Höhe von 1.500 bis 2.750 m über dem Meeresspiegel. Bei der Wahl des Lebensraumes sind diese Vögel nicht sonderlich witzig: Sie leben in dichten und ausgedehnten und in kleinen Wäldern. Ungefähr 80% der Diät sind Früchte und sie essen Insekten.

Der Unterschied zwischen den Geschlechtern der Paradiesvögel ist eines der bekanntesten Beispiele für Sexualdimorphismus: Nur Männchen haben Ornamente, und Weibchen haben weder leuchtende Färbung noch Federn, die Aufmerksamkeit erregen. Es ist leicht zu denken, dass das Weibchen und das Männchen zu verschiedenen Arten gehören. Die Weibchen sind von einer bescheidenen grau-braunen Farbe und die Männchen sind leuchtend gelb-schwarz. Außerdem haben sie über jedem Auge wie eine Augenbraue eine lange Feder, die in 40-50 Quadrate oder Schuppen geteilt ist, als ob jemand festliche Fahnen aufgehängt hätte. Bei einer Vogellänge von durchschnittlich 22 cm können solche "Feiertagsdekorationen" einen halben Meter erreichen!

So sieht ein Weibchen eines schuppigen Paradiesvogels aus, es ist gar nicht wie ein Männchen – es hat keine leuchtenden Farben und Riesenfedern. Foto von ru.pinterest.com

Das Ritual, Frauen anzulocken, sieht so aus. Tagsüber sitzt das Männchen auf einem Ast, den er für sich hält und schützt ihn in jeder Hinsicht vor den Rivalen und fängt an zu singen. Erst jetzt können diese seltsamen Klänge kaum als Lied im üblichen Sinne bezeichnet werden – sie ähneln eher dem Knistern der Rasseln. Der Künstler ist nicht auf einen Gesang beschränkt – er begleitet sich mit den Bewegungen dekorierender Federn, beschreibt Halbkreise mit ihnen; Bewegungen beider Federn können synchron sein oder nicht. Schließlich, wenn eine Frau erscheint, fliegt er näher zu ihr, fängt an zu zischen, zu hüpfen, den Kopf von einer Seite zur anderen zu bewegen und zeigt, schon sehr nahe, wieder seine luxuriösen Federn. Als Reaktion zeigt das Weibchen durch Bewegungen, ob sie interessiert ist oder nicht. Nach der Paarung fliegt sie sofort davon, und das Männchen kehrt zu ihrem Platz auf dem Ast zurück, um wieder zu beginnen, die Federn zu schwingen und nach einem anderen Weibchen zu rufen.

Männlicher schuppiger Paradiesvogel zieht Frau an

Die Betreuung der Nachkommen liegt ausschließlich beim Weibchen.Sie baut ein Nest, schlüpft 22 Tage lang ein einzelnes Ei und braucht ungefähr die gleiche Zeit, um sich um das Küken zu kümmern, bis es anfängt zu fliegen.

Foto © Tim Laman, Nationales Geographisches Magazin.

Über die Paradiesvögel siehe auch:
1) Psychedelisches Lächeln des Paradiesvogels "Elements", 04.04.2016.
2) Bensbachs Paradiesvogel, "Die Elemente", 12.04.2017.

Nadeschda Potapowa


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